Sjećam se – Amarcord
„Der Film beginnt in der Unschärfe, daraus wird eine Landschaft, behutsam von der Kamera abgetastet, die man als Betrachter förmlich riechen kann. Ein Mann steigt ein Grasdach hinauf in den Himmel, es ist der Maler Milan Mihajlović. Er lebt seit Jahrzehnten in Deutschland und kehrt jetzt in sein Bergdorf in Bosnien zurück. Behutsam nähert er sich mit seinen Mitteln der Vergangenheit. Er spannt eine Leinwand wie ein Segel zwischen die Bäume und beginnt zu malen.
SJECAM SE – AMARCORD („Ich erinnere mich“): Bilder des ersten Kinobesuchs in der Stadt kommen hoch, wo er sich vor dem Flakgeschütz auf der Leinwand geduckt hat und das Kino als „ersterlebtes Wunder“ empfand. Der alte Vorführer zeigt traurig das Kino mit den intakten 35mm Projektoren, das leer steht, weil heute kein Filmmaterial mehr dafür geliefert wird. Langsam entsteht das Bild zwischen den Bäumen, Fragmente der Mauern des Bauernhofes, wo seine Mutter acht Kinder verloren hat, die im Winter geboren wurden. Nur die vier Sommerkinder überlebten.
Wolf Gaudlitz, verantwortlich für Regie und Kamera, hat ein Filmgedicht erschaffen, in dem der Rhythmus der wunderschönen Bilder perfekt mit der dezent eingesetzten Musik harmoniert. Wenn am Ende das Leinwand-Segel in den Himmel steigt und die Kamera auf dem Kopf steht, dann hat „jedes Bild Flügel, das eine Seele hat“. Grandios fand die Jury den Kunstgriff, den Dialog in den Abspann zu ziehen, in dem Mihajlović sehr philosophisch seine Lebenshaltung erläutert.“
(FBW Jury-Begründung, Prädikat „Besonders Wertvoll)